Von   24. Februar 2016

Nürnberg – Nicht die Innenstadt, nicht Erlenstegen und auch nicht Thon – St. Peter hat die höchsten Mieten in Nürnberg. Mit Quadratmeterpreisen von 10,50 Euro ist St. Peter nicht nur der teuerste Stadtteil, sondern auch der mit dem stärksten Anstieg in den vergangenen 5 Jahren. In dem östlich der Innenstadt gelegenen Viertel erhöhten sich die Mieten seit 2010 um 54 Prozent. Zahlreiche Neubauten und sanierte Wohnungen sind ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung. Hinzu kommen viele kleine, hochpreisige, zum Teil möblierte, 1-Zimmer-Apartments, die 2015 neu auf dem Markt gekommen sind. Die Nähe zum Zentrum und den Hochschulen macht St. Peter besonders für Studenten attraktiv. Der Mittelwert für das gesamte Stadtgebiet ist mit 8,70 Euro deutlich niedriger, mit 26 Prozent sind die Mieten insgesamt auch nur halb so stark gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Marktanalyse von immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale. Untersucht wurden die mittleren Angebotsmieten (Nettokaltmieten) bei Neuvermietung für 25.300 Wohnungen in den Nürnberger Stadtteilen.

Preisspanne wird größer

Die Mieten in Nürnberg werden aber nicht nur teurer, sondern die Spanne zwischen günstigstem und teuerstem Stadtteil wird immer größer. 2010 bewegten sich die Mieten noch zwischen 6,40 Euro pro Quadratmeter in Gibitzenhof und 7,60 Euro in Erlenstegen (Differenz: 1,20 Euro). Aktuell fangen die Preise bei 7,60 Euro in Katzwang an und gehen bis 10,50 Euro in St. Peter (Differenz: 2,90 Euro).

Hohe Anstiege im Norden

Neben St. Peter sind die Mieten besonders in den nördlichen Stadtgebieten gestiegen: In Thon (+38 Prozent), Schniegling und Schoppershof (jeweils +35 Prozent) müssen Mieter deutlich mehr zahlen als 2010. Thon zählt zu den beliebtesten, aber auch teuersten Stadtteilen. Viele hochpreise und neuwertige Immobilien, die auf den Markt kamen, ließen die Preise kontinuierlich steigen. Aktuell kostet der Quadratmeter 9,90 Euro. Ähnlich sieht es in Schniegling (9,20 Euro) und Schoppershof (9,30 Euro) aus: Auch hier befinden sich neben den Neubauwohnungen zahlreiche möblierte Apartments auf dem Markt.

Je südlicher, desto günstiger

Während im Norden der Stadt die höchsten Mieten verlangt werden, liegen die südlichen Stadtteile größtenteils unter dem Mittelwert für ganz Nürnberg. Generell gilt: Je weiter sich Mieter an den südlichen Stadtrand bewegen, desto preiswerter sind die Wohnungen. Die niedrigsten Mieten gibt es in Katzwang (7,60 Euro) und Fischbach (7,90 Euro). Reichelsdorf und Worzeldorf (jeweils 8,00 Euro) liegen nur knapp darüber.

Szeneviertel Gostenhof: plus 37 Prozent

Zentrale Lage, Bars und Gaststätten, gut erhaltene Altbauten und kulturelle Vielfalt – Gostenhof hat sich in den letzten Jahren immer mehr zum Szeneviertel Nürnbergs gewandelt. Die Mieten von 8,90 Euro liegen trotz einem Anstieg von 37 Prozent allerdings nur minimal über denen der gesamten Stadt (8,70 Euro). Im Vergleich zur nahegelegenen Innenstadt (9,60 Euro) ist Gostenhof deutlich günstiger.

Zentrumsnahe Alternativen

Mieter, die auf der Suche nach günstigeren, aber dennoch zentralen Wohnungen sind, sollten sich in Steinbühl umsehen. Der Stadtteil grenzt im Süden an in die Innenstadt und hat – ähnlich wie Gostenhof – eine hohe Dichte an Kneipen sowie internationales Flair. Die Mieten von 8,00 Euro pro Quadratmeter liegen aber nochmal deutlich darunter.

Weitere preiswerte Alternativen zur Innenstadt sind St. Leonhard, Röthenbach (jeweils 8,20 Euro), Muggenhof und Eibach (jeweils 8,30 Euro). Per Auto oder U-Bahn sind Hauptmarkt oder Lorenzkirche innerhalb von 15 Minuten zu erreichen.

Berechnungsgrundlage

Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in Nürnberg waren 25.300 auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Mietpreise sind Nettokaltmieten bei Neuvermietung. Es handelt sich um Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben jeweils den Median der in 2010 und 2015 angebotenen Wohnungen wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.



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